Sauber bleiben: Tipps für die digitale Hygiene

Sauber bleiben: Tipps für die digitale Hygiene

In einem Interview am Sonntag den 9. März 2020 sprach unser Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, dass es schwer vorhersagbar war, wann und ob das Corona Virus Europa erreicht. Das ist jetzt passiert. Zum ersten Mal stecken sich mehr Deutsche im In- als im Ausland an.

Diesmal handelt es sich nicht um Viren oder Schadsoftware auf PCs, Handys oder anderen Geräten. Es geht um den Schutz vor Corona Viren auf digitalen Geräten, welche von Opfern des Virus und Betroffenen bei uns eingehen.

In unserem Büro hatten wir das Thema bereits Mitte Januar u.a. mit Mitarbeitern diskutiert, wie wir unser Team schützen, wenn virenverseuchte Geräte von Verstorbenen eintreffen. Das die Zahl so rapide steigen wird, hätten wir selber nicht gedacht. Als Experten seit fast 20 Jahren in dem Gebiet der Geräte – Forensik sind wir in Italien schon lang kein unbekanntes Blatt mehr.

Ebenso stammen einige unserer Verbandsmitglieder aus dem Schweizer Bestatterverband aus Italien.

Somit war es nicht verwunderlich, dass wir letzte Woche das erste Gerät eines COVID-19 infizierten Verstorbenen aus Italien erhielten.

Dennoch hatten wir nicht damit gerechnet, dass so schnell das erste Gerät bei uns in der Zentrale in München aus Italien eintrifft.

Nachfolgend ein kurzer Einblick, wie wir uns verhalten, wenn es mal nicht bei uns um Softwareviren im Büro geht.

Viren bleiben auf Oberflächen aktiv

Corona Viren können sich über Oberflächen verbreiten. Es liegt auf der Hand, dass Smartphones ein guter Träger von Bakterien und Viren sind.  Laut einer Umfrage im Jahr 2018 von Deloitte, nehmen Bürger und Bürgerinnen ihr Handy etwa 52-mal jeden Tag in die Hand.

Eine weitere Umfrage des Gesundheitsunternehmens Vital Via kam vergangenen Jahr zu dem Ergebnis, das 88 Prozent der Befragten Teilnehmer ihr Smartphone schon einmal sowohl auf der Toilette als auch in öffentlichen Verkehrsmitteln genutzt haben. Dort ist die Hygiene meist fragwürdig.

Der Corona Virus ist langsam in unseren Alltag eingetroffen. Es gibt zwar bis jetzt vom Bundesamt für Risikobewertung keine nachweislichen Fälle vom Übertragen über unbelebte Flächen. Weil einfach Viren auf unbelebte Flächen noch nicht nachgewiesen worden, aber völlig ausgeschlossen ist deshalb eine Schmierinfektion nicht. Vor allem, wenn der Kontakt zwischen kontaminierten Objekten und den Schleimhäuten sehr kurz ist.

Wir wissen aber, dass der Corona Virus sich von Mensch zu Mensch übertragbar ist. Der Hauptübertragungsweg ist Tröpfcheninfektion. Dies kann direkt von Mensch zu Mensch über die Schleimhäute der Atemwege geschehen oder auch direkt von Mensch zu Mensch über die Schleimhäute der Atemwege oder auch direkt über die Hände, die dann mit Mund- oder Nasenschleimhaut sowie der Augenbindehaut in Kontakt gebracht werden. Ich in Stuhlproben wurden bereits Corona Viren gefunden.

„Dennoch wissen wir das Corona Viren auf unbelebten Flächen über mehrere Tage nachgewiesen werden können“, sagt der Umwelt und Hygienemediziner Günter Kampf. „Sars Viren konnten auf Glas bis zu vier Tage lang nachgewiesen werden, man geht davon aus, dass es bei Sars-Cov-2 ähnlich ist. Aber nach einiger Zeit nehmen die Zahl der Viren immer weiter ab,“ sagt Kampf.

Allgemein wird empfohlen, ein Smartphone zweimal am Tag – etwa Mittags und Abends – zu reinigen.

Hierzu mit Blick auf die Bestatter, bei denen die Corona Verstorbenen ihren letzten Weg haben.

Wie lange ein Patient nach dem Tod noch anstecken hinsichtlich einer Übertragung des COVID-19 ist, kann nicht beantwortet werden.

Ein kleiner Einblick, wie die Bestatter auf Empfehlung der Regierung von Oberbayern mit dieser einzigartigen Situation vorgehen.

Moderne Bestatter fragen unmittelbar beim Eingangsgespräch die Erben, ob der Tote ein digitales Gerät hatte. Mit dieser Eingangsfrage wird unmittelbar auf unsere Firma Digitales Erbe verwiesen.

Es wird mit uns Kontakt aufgenommen und wir geben klare Anweisungen, wie mit den Geräten umgegangen werden soll. Denn Grundsätzlich muss davon ausgegangen werden, dass die digitalen Geräte ein Träger von Krankheitserregern und damit potentiell infektiös sein können.

Aber die Bestatter haben eine strikte Hygieneverordnung. Diese ist nach §6 BestV geregelt. Eine Schutzkleidung ist erforderlich. Ebenfalls die entsprechenden infektionshygienischen Schutzmaßnahmen sind selbstverständlich.

Die Verordnung enthält Vorgaben und Verpflichtungen zur hygienisch unbedenklichen Ausgestaltung der Arbeitsweise und des Arbeitsfeldes, sowohl auch die Ausstattung mit Desinfektionsmittel.

Solange die geltenden Arbeitsschutzbestimmungen und die Standardhygienemaßnahmen beim Umgang mit Verstorbenen eingehalten werden (siehe auch BGI 5026 „Biologische Arbeitsstoffe beim Umgang mit Verstorbenen“, DIN EN 15017 „Bestattungsdienstleistungen“, TRBA 130 und §7 der BestV).

Bei Abgabe der Geräte durch den Bestatter, wird ein Gerät erst mit Desinfektionsmittel gereinigt.

Hygienemaßnahmen beim Entpacken

Digitaler Nachlass und Corona Viren

Bis die Sicherheitsbox bei unseren „Forensikern“ eingeht, liegen meist 2-3 Werktage. Die Kiste wird in einem sterilen Raum mit Schutzanzug und Handschuhen ausgepackt. Die Geräte werden umgehend von uns erneut desinfiziert.

Erst nach Einhalten unserer Sicherheitshygienemaßnahmen – nicht nur in Zeiten von Corona – beginnen wir dann mit der Spurensuche.

Vorsorgen ist hier die wichtigste Empfehlung!

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